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Die Blindgänger
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Elina
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Der Taschendieb
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Bausteine zur Filmanalyse - Filme lesen lernen
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Aktion Jugendschutz,
Landesarbeitsstelle Bayern e.V.

Kinder im Kino

Empfehlungen

Wir haben hier eine Auswahl von empfehlenswerten Filmen zusammen gestellt, die sich insbesondere für thematische Schwerpunkte eignen.

Bei diesen Filmen bietet sich als Form der Nachbereitung ein themenorientiertes Filmgespräch an.

Alle Filme können im DVD Format bei nichtkommerziellen Verleihstellen ausgeliehen werden.
Die folgenden inhaltlichen Filmbeschreibungen haben wir mit freundlicher Genehmigung der Landesmediendienste Bayern e.V. von deren Website übernommen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.landesmediendienste-bayern.de

 

 

Die Blindgänger

Deutschland 2003, Regie: Bernd Sahling, 87 Minuten
FSK: ab 6 Jahre, pädagogische Empfehlung: ab 8 Jahre

Die Blindgänger Marie und Inga, beide 13 Jahre, sind seit langem beste Freundinnen. Wie alle Mädchen ihres Alters haben sie die üblichen Probleme: Jungs, Aussehen, Lehrer ... . Nur in einer Beziehung unterscheiden sie sich von den anderen: Marie und Inga sind blind. Sie leben im Internat einer Schule für Sehbehinderte mit erweiterter Musikausbildung. Beide lieben die Musik, mit der sie gewissermaßen die Welt `sehen`. Gern würden sie in einer Band spielen, doch schon bei der ersten Bewerbung gibt´s eine Abfuhr: `sehr begabt, aber nicht medientauglich`. Dann eben nicht, denkt Marie.

Alles bleibt beim Alten. Bis sie Herbert begegnet, einem jungen Russlanddeutschen. Der möchte zurück in seine Heimat Kasachstan. Doch dafür braucht er Geld, viel Geld. Marie beschließt, ihm zu helfen. Heimlich versteckt sie den Jungen im Internat. Das bringt ihre Freundin Inga auf die Idee: Wir gründen eine eigene Band und spielen in der Stadt. Nun müssen sie raus aus dem Internat und hinein ins Leben. Aber da kann man stolpern ... Das alles zeigt der Film in unspektakulären Bildern, mit entsättigten Farben und oft reduziertem Licht. Und er bleibt wohltuend unsentimental.

Dass die Hauptdarsteller die Welt anders wahrnehmen als die `Guckis` ist bald Nebensache. Die Blinden sind hier keine Opfer und auch keine besseren Menschen. Sie sind einfach Teenager: Mal verpickelt, mal nicht, mal unattraktiv, mal hübsch, unsicher, naiv und vorlaut.

„Die Blindgänger“ erhielt neben vielen anderen Preisen den Deutschen Filmpreis 2004 für den besten Kinder- und Jugendfilm.

Themen: Behinderte, Freundschaft, Musik

 

Weiter als der Mond

Niederlande/Belgien/Deutschland/Dänemark 2003, Regie: Stijn Coninx
99 Minuten
FSK: ab 6 Jahre, pädagogische Empfehlung: ab 8 Jahre

Weiter als der MondDer Film spielt Ende der 60er Jahre und erzählt die Geschichte der neunjährigen Caro und ihrer Familie, die in einem kleinen Dorf in Holland leben. Während sich Caro auf ihre Kommunion vorbereitet, sorgt im Dorf die bevorstehende Mondlandung des Raumschiffs Apollo 11 für Aufregung. Caro hat andere Sorgen. Sie ist die einzige in der Klasse, die noch nicht schwimmen kann und zu Hause beobachtet sie, wie ihr Vater heimlich trinkt. Um ihn zum Aufhören zu bewegen, schließt sie eine Wette mit ihm. Dadurch wird der Familienfriede zwischenzeitlich gerettet, doch nach einem Rückfall des Vaters bricht das katholische Weltbild des Kindes auseinander. "Der als Familiendrama entwickelte, einfühlsame und berührende Kinderfilm wagt sich couragiert an tabuisierte Themen, feiert trotz seiner kompromisslosen Art stets die Lust am Leben und ermutigt junge Zuschauer zu einem eigenen Weg." (Lex. d. intern. Films)

Themen: Alkoholismus, Familie, Religion

 

Wer früher stirbt, ist länger tot

Deutschland 2006, Regie: Marcus H. Rosenmüller, 105 Minuten
FSK: ab 12 Jahre, pädagogische Empfehlung: ab 12 Jahre

Wer früher stirbt, ist länger totEs geht um die ersten und letzten Fragen in diesem erstaunlichen Debütfilm, der Volkstheater und Lausbubengeschichte in einem ist und sich die Freiheit nimmt, vom Tod als selbstverständlichem Teil des Lebens zu erzählen. Woher komme ich, wohin gehe ich, und wie vermeide ich das Fegefeuer? Das sind die Probleme, mit denen sich der elfjährige Sebastian herumschlägt, nachdem ihm an einem denkwürdigen Tag der Tod gleich mehrfach begegnet. Erst springt er demselben von der Schippe, als er auf dem Fahrrad mit einem Lastwagen kollidiert, dann befördert er versehentlich die Zuchtkaninchen seines älteren Bruders aus der Welt, und schließlich wird ihm von jenem auf wenig freundliche Weise klargemacht, dass seine Mutter nicht bei einem Autounfall ums Leben kam, sondern bei Sebastians Geburt gestorben ist. Fortan glaubt sich der Gescholtene im Besitz eines Sündenregisters, das ihn geradewegs in die Hölle führen muss: Mord an unschuldigen Haustieren, Mord an der eigenen Mutter und unzählige minderschwere Vergehen, die ihm in der Summe den Weg ins Himmelreich versperren. Liegt es am gemütvollen Idiom oder an der Lakonie, mit der die Bewohner des bayerischen Dorfs Germringen dem Unausweichlichen begegnen? Jedenfalls trifft der etwas verwegene Filmtitel "Wer früher stirbt ist länger tot" den Tonfall der Erzählung ganz wunderbar.

Themen: Kindheit, Tod, Familie, Komödie

 

Elina

Schweden 2002, Regie: Klaus Harö, 85 Minuten
FSK: ab 6 Jahre, pädagogische Empfehlung: ab 8 Jahre

Elina Ein neunjähriges Mädchen im nördlichsten Verwaltungsbezirk Schwedens kommt nach dem Tod seines finnischen Vaters Anfang der 1950er Jahre in eine neue Schulklasse und wird mit den überstrengen Methoden und Ansichten einer ältlichen Lehrerin konfrontiert. Ein engagiertes, zutiefst bewegendes Plädoyer für ein gerechtes, von Liebe, Freundschaft und gegenseitigem Respekt getragenes menschliches Miteinander, das sich aus dem Blickwinkel eines starken, gleichwohl alle kindlichen Nöte des Ausgrenzens durchleidenden Mädchens Bahn bricht. Hervorragend gespielt und inszeniert.

Der Film wurde von der Kinderjury des 26. Kinderfilmfestes der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2003 mit dem „Gläsernen Bären“ ausgezeichnet.

Themen: Integration, Tod und Trauer, Mutter-Tochter Beziehung, Zivilcourage

 

Es gibt nur einen Jimmy Grimble

Großbritannien 2000, Regie: John Hay, 105 Minuten
FSK: ab 6 Jahre, pädagogische Empfehlung: ab 8 Jahre

Es gibt nur einen Jimmy Grimble Im tristen Umfeld der englischen Industriestadt Manchester lebt der 15-jährige Jimmy Grimble mit seiner Mutter. Er hat zwar Talent zum Fußballspielen und träumt wie die meisten Buben in Manchester von einer Karriere als Fußballspieler, im entscheidenden Moment verläßt ihn aber sein Selbstvertrauen. So wird er zum Gespött seiner Klassenkameraden, die alle auch Fans von Manchester United sind, während Jimmy es mit den Underdogs von Manchester City hält. Auch wenn er vor seiner angebeteten Sara steht, versagt ihm die Stimme. Zu alledem findet er den neuen Freund seiner Mutter nicht sehr sympathisch. Eines Tages verfolgen ihn wieder mal zwei Klassenkameraden und Jimmy gelangt (zufällig?) in ein verfallenes Haus, das abgerissen werden soll. Eine alte Frau, die noch dort wohnt, schenkt ihm ein paar alte, abgewetzte Fußballschuhe. Diese Schuhe sollen magische Fähigkeiten haben, was Jimmy nicht glauben kann. Aber er wird eines Besseren belehrt: Prompt schießt er sensationelle Tore und bringt seine Mannschaft bis zum Endspiel im großen Stadion. Dort wird sich herausstellen, ob er ein Star ist und auf wen er sich verlassen kann.

Themen: Sport, Fußball, Außenseiter

 

Kannst du pfeifen Johanna?

Schweden 1995, Regie: Rumle Hammerich, 55 Minuten
FSK: ab 6 Jahre, pädagogische Empfehlung: ab 6 Jahre

Kannst du pfeifen Johanna? Bertil und Uffe sind sieben Jahre alt und gute Freunde. Als Uffe eines Tages von seinem Großvater erzählt, wünscht sich Bertil auch gerne einen Opa. Die zwei pfiffigen Jungs zögern nicht lange und machen sich auf zum nahen Altersheim, um eine Opa für Bertil zu suchen. Ihre Wahl fällt auf den weißhaarigen, stattlichen Nils. Der ist zwar zunächst etwas erstaunt, freundet sich aber bald damit an, jetzt einen Enkel zu haben. Von nun an verleben die drei viele schöne Tage. Bertil und Uffe bringen Bewegung in den Alltag des alten Mannes, der wiederum weiß interessante Geschichten zu erzählen. Bertil verspricht seinem neuen Opa, pfeifen zu lernen und übt fortan sein Lieblingslied "Kannst du pfeifen, Johanna?".
Den schönsten Tag verbringt das Trio an Nils Geburtstag, der mit einem aufregenden Ausflug gefeiert wird. Weil es dem alten Mann plötzlich schlecht geht, gibt es ein unverhofftes Ende. Als Bertil und Uffe erneut zum Altersheim kommen, erwartet sie ein traurige Nachricht: Nils ist gestorben. Bertil ist ganz unglücklich. Gerade jetzt wollte er dem Opa zeigen, dass er Pfeifen gelernt hat. Auf der Beerdigung gibt es dann doch noch die Gelegenheit, dem Großvater sein Lied vor zu pfeifen.

Themen: Tod, Alter, Freundschaft

 

Nenn' mich einfach Axel

Dänemark 2002, Regie: Pia Bovin, 85 Minuten
FSK: ohne Altersangabe, pädagogische Empfehlung: ab 8 Jahre

Nenn' mich einfach Axel <br />Sommerferien - es ist ein bisschen langweilig in der dänischen Vorstadtsiedlung. Da der zehnjährige Axel nicht in den Urlaub fahren kann, ist der Gesangswettbewerb des Jugendclubs die letzte Rettung. Aber zusammen mit zwei Mädchen auf der Bühne stehen? Da ist er doch viel mehr von den muslimischen Jugendlichen aus der Nachbarschaft fasziniert, die schnelle Autos fahren und coole Goldkettchen tragen. Also beschließt Axel, auch Muslim zu werden. Vom ersten Gebet in der Moschee bis zu den Essgewohnheiten erkundet er den Alltag seines neuen Lebens. Für Fatima und Annika aus der Gesangsgruppe bleibt da kaum noch Zeit. Aber als Fatima die Wettbewerbsteilnahme von ihren Eltern verboten wird, muss Axel sich etwas einfallen lassen. Denn ohne sie hat die Gruppe keine Chance.

Erfrischend erhebt sich der Film über alle gängigen Multi-Kulti-Klischees und bleibt dabei immer respektvoll, ob es um Vorurteile oder religiöse Empfindungen geht. Axel gewinnt neue Freundschaften und schafft es spielend, zwischen den Kulturen zu vermitteln. Höchst unterhaltsame Perspektiven kultureller Identität, bei denen Kinder keine Helden sein müssen, um sich in Axels Wunsch wieder zu erkennen, ein anderer zu sein, wobei sein Glaubenswechsel auch von der Sehnsucht nach Wärme und Anerkennung zeugt.

„Nenn' mich einfach Axel“ erhielt bei der Berlinale 2003 den Großen Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes

Themen: Integration, fremde Kulturen, Religion

 

Wer küsst schon einen Leguan

Deutschland 2003, Regie: Karola Hattop, 89 Minuten
FSK: ohne Altersangabe, pädagogische Empfehlung: ab 8 Jahre

Wer küsst schon einen Leguan Jedes siebte Kind in Deutschland lebt in Haushalten, die als arm einzustufen sind. Doch wie viele Kinderfilme gibt es, in denen die Protagonisten tatsächlich kein Geld für Essen oder Kleidung haben? Dieser ist einer der wenigen - von bestechender Authentizität und emotional mitreißend.

Tobias Baumann ist 13 Jahre alt, geht in die 6. Klasse und wurde bisher vom Leben alles andere als verwöhnt. Aufgewachsen bei seiner völlig überforderten jungen Mutter und in schwierigen sozialen Verhältnissen, hat er früh lernen müssen, alleine zurechtzukommen. Wer sein Vater ist, weiß der Junge nicht - und obwohl Tobias oft einsam ist und sich die Geborgenheit einer richtigen Familie wünscht, würde er das niemals offen zugeben. Er lebt nach dem Motto: Was mir das Leben nicht freiwillig gibt, das nehme ich mir eben!

Ähnlich verhält es sich mit Max Feldkamp - nur steht der zumeist auf der Sonnenseite des Lebens: Jung, dynamisch, erfolgreich und frisch von seiner Freundin getrennt - die wollte doch tatsächlich heiraten und Kinder von ihm - ist Max nun wieder glücklicher Single. Er arbeitet als Chefautor der Daily Soap `Mitten ins Leben` und lebt ganz so wie er seine Geschichten schreibt: Über den Inhalt bestimmt er gerne alleine, was ihm nicht gefällt oder was beim Publikum nicht ankommt, wird wieder gestrichen und auf jedes abgeschlossene Kapitel folgt eben automatisch ein neues. Dann kreuzen sich die Wege von Tobias und Max und jeder glaubt, dass er die folgenden turbulent-chaotischen Verwicklungen und Ereignisse unter Kontrolle hat. Aber tatsächlich hat längst das Schicksal die Regie übernommen.

Der Film erhielt den Europäischen Kinderfilmpreis 2003 beim 8. Internationalen Chemnitzer Kinderfilmfestival

Themen: Familie, Freundschaft, Armut

 

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